Kategorien
Persönliches

Wechseljahre – Zeit für ein neues Frauenbild

Hitzewallungen und Schweißausbrüche – in Filmen, Serien und auch in der Literatur sind sie meist eine Lachnummer. In der öffentlichen Diskussion sind Frauen in diesem Alter bis heute unsichtbar.
Noch immer wird der Wert einer Frau an ihrer Fortpflanzungsfähigkeit und damit an ihrer Weiblichkeit gemessen. Dabei gab es noch nie so viele Frauen, die mit 50plus fest im Berufsleben stehen.
Mit diesem Blogartikel nehme ich an der Blogparade von Silke Geissen teil.

Wir verändern uns, je älter wir werden

Das Image der Wechseljahre ist nicht immer positiv in unserer Gesellschaft. Sie sind ein großes Tabu-Thema. Kaum eine Frau spricht darüber. Oft werden sie mit dem Verfallsdatum der Jugend gleichgesetzt. Die Hälfte der Menschheit, nämlich jede Frau, kommt irgendwann in ihrem Leben in die Wechseljahre. Und für die meisten Frauen kommt sie ganz plötzlich, die Zeit des Wandels.
Die wenigsten Frauen sind darauf vorbereitet. Eines Tages bemerken sie, dass die Hose nicht mehr richtig zugeht und die Haare immer dünner werden. Dafür wachsen plötzlich Haare an Stellen, wo man keine haben will. Dann kommen typische Symptome wie Hitzewallungen und Nachtschweiß hinzu. Spätestens jetzt wird klar: es sind die Wechseljahre.
Was viele Betroffene nicht wissen: schon lange Zeit vorher beginnen die Wechseljahre. Und erste gesundheitliche Beschwerden in dieser Phase, werden selten mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht.

Wir werden alle nicht jünger

Der Blick in den Spiegel zeigt: die ersten graue Haare, die Augenlider sind Opfer der Schwerkraft geworden und was früher liebevoll „Krähenfüßchen“ genannt wurde, sind heute zu Falten herangewachsen. Na und!
Ich bin keine 20 mehr. Wo liegt das Problem?
Der Beauty-Druck lastet auf uns allen. Knackiger wird hier niemand mehr. Im Alter gelten einfach neue Maßstäbe für Schönheit.
Bei Kleidung achte ich heute mehr auf Qualität. Und sie muss zu mir passen, mein Lebensgefühl ausdrücken.
Frauenzeitschriften werben für einen selbstbewussten Umgang mit dem Älterwerden. Die Zahl 50 ist nicht mehr der Angstfaktor, wie er das vor zehn Jahren noch war.

Das Leben ausmisten

Der Blick ändert sich. Die Wechseljahre werden nicht mehr nur als Zeit des Umbruchs, sondern auch als Zeit der Chancen gesehen.
Es beginnt eine Zeit des Infragestellens. Bilanz ziehen. Was war gut? Wo will ich hin? Bleiben oder Gehen?
Einen Neubeginn wagen. Entscheidungen treffen.
Loslassen, was man ohnehin nicht ändern kann.
Abschied nehmen von langjährigen Wegbegleitern, die andere Wege einschlagen.
Abschied von Gewissheiten, die nicht mehr gewiss sind, von Beziehungen, die nicht alt werden können.

Endlich Zeit für die eigenen Pläne

Veränderungen bedeuten Wachstum und Lebendigkeit. Ein Neuanfang bringt Erfahrungen. Inzwischen sind andere Dinge wichtiger als früher. Zeit spielt eine immer größere Rolle in unserem Leben. Umso mehr, je weniger uns davon bleibt. Sie wird zu einer Kostbarkeit. So wie ein guter Wein, den man nur mit Menschen teilt, die ihn zu schätzen wissen.
Zeit ist die Maßeinheit der Endlichkeit.

Ricardo Gondim, ein brasilianischer Theologe und Autor, hat es einmal mit den folgenden Worten gesagt:

„Meine Seele hat es eilig…..
Ich zählte meine Jahre und entdeckte,
dass mir weniger Lebenszeit bleibt, als die, die ich bereits durchlebte.

Ich fühle mich wie jenes Kind, das eine Packung Süßigkeiten gewann:
Die ersten aß es mit Vergnügen, doch als es merkte,
dass nur noch wenige übrig waren, begann es sie wirklich zu genießen.“

Ricardo Gondim

Ich bin jetzt 56 Jahre und mehr als die Hälfte meines Lebens liegt hinter mir. Es wird Zeit, die übrigen „Süßigkeiten“ wirklich zu genießen.
Ich weiß, was ich will und was nicht, ich weiß, was ich kann und was nicht.
Ich weiß, wer ich bin und wer ich nicht bin.
Ich mache mich nicht mehr kleiner, als ich mich fühle.
Alt werden wir alle. Unaufhaltsam. Aber das heißt nicht, dass wir weniger toll wären. Nur anders toll.
Ich begegne meinem Alterungsprozess mit Neugier.
Tatsächlich glaube ich, dass Neugier zu den Dingen gehört, die uns Jung bleiben lässt. Auch, wenn man’s uns nicht mehr unbedingt ansieht.


Und jetzt frage ich dich: Wie gehst du mit dem Älterwerden um? Fühlst du dich noch genauso aktiv wie früher? Oder trauerst du deinem 25jährigen Ich hinterher?
Schreib es mir in den Kommentaren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert