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Verplappert – Warum das Aussprechen heilsam sein kann

Manchmal sagt man mehr als man wollte. Genau darum geht es heute Abend. Bei der Blognacht schreiben wir über das „Verplappern“: kleine Versprecher,
große Enthüllungen und alles, was zwischen den Zeilen steckt.

Verplappert – und plötzlich ist alles anders

Es passiert meistens unerwartet. Mitten im ganz normalen Gespräch kommt plötzlich etwas raus, das eigentlich nie hätte raussollen.
Ein ehrlicher Satz.
Eine lang unterdrückte Meinung.
Oder eine Wahrheit, die lange verschwiegen wurde.

Verplappert.

Und dann?
Stille. Erschrecken.
Vielleicht ein schlechtes Gewissen.
Und manchmal eine seltsame Erleichterung.

Das Schweigen vor dem Verplappern

Als Gesprächstherapeutin erlebe ich es immer wieder, dass viele Frauen fassungslos sind, wenn sie merken, wie viel sie über die Jahre nicht gesagt haben.

Die Frage, die ich ihnen dann stelle, lautet nicht:

„Warum habe ich das gesagt?“

Sondern:

„Was wollte ich damit eigentlich sagen?“

Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.
Die erste Frage sucht nach einem Fehler, die Zweite öffnet eine Tür.

In der Gesprächstherapie schaffen wir gemeinsam einen Raum, in dem genau diese unzensierte Stimme nicht beschämt, sondern erforscht wird.
Was steckt hinter dem, was rausgerutscht ist?
Welches Bedürfnis wurde da laut, das vielleicht schon sehr lange wartet?

Wir spüren nicht nur körperliche Veränderungen in den Wechseljahren.
Auch die Art, wie wir Frauen kommunizieren, verändert sich.
Wir hinterfragen bewusst, wieviel Energie wir noch aufwenden möchten oder können, um uns zu präsentieren und was wir wirklich denken.

Der innere Zensor, der jahrelang auf seinem Posten war, wird müder.
Was darunter liegt, drängt nach oben.
Das ist oft der Beginn von etwas Wichtigem.

Das gesprochene Wort als Wendepunkt

Die Gesprächstherapie arbeitet mit dem, was ausgesprochen wird und dem, was noch keinen Ausdruck gefunden hat.
Das Gespräch steht im Mittelpunkt.
Aus gutem Grund: Erst wenn etwas ausgesprochen wird, ist es real.
Und greifbar.

Das Aussprechen, auch wenn es holprig klingt oder sich falsch anfühlt, schafft Klarheit.
Und aus dieser Klarheit entsteht die Möglichkeit zur Veränderung.

Das betrifft auch ganz unspektakuläre Lebensthemen.
Manchmal sind es Sätze wie:

„Ich bin erschöpft“

oder

„Das möchte ich nicht mehr“

Verplappern als Einladung

Wenn du also das nächste mal etwas sagst, das dich selbst überrascht,
dann halte einen Moment inne, bevor du zurückruderst.

Vielleicht hat da eine innere Stimme das Wort ergriffen, die lange darauf gewartet hat, gehört zu werden.

Und vielleicht ist dieser Moment genau der richtige, um ihr mehr Raum zu geben.
Als Gesprächstherapeutin begleite ich dich dabei, herrauszufinden, was hinter dem liegt, was sich so lange nicht getraut hat zu sprechen.

Wenn du dich beim Lesen dieser Zeilen wiedererkennst und neugierig bist, was ein solches Gespräch für dich bedeuten könnte, dann freue ich mich von dir zu hören.

Und jetzt du

Wann hast du dich zuetzt verplappert? Und wie hast du dich dabei gefühlt?
Ich freue mich über deine Geschichte in den Kommentaren.


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